Geschichte

Der Name "Smuku muiža" (Smukas, Smuķes, Skaistas) kommt womöglich von dem deutschen Wort schmücken oder Schmuck, also etwas Schmuckes, Schönes - "Schmuckgut". Genauer Gründungsjahr des "Schmuckgutes" ist nicht bekannt. In den Schriften ist es zum erstenmal im Jahre 1576 erwähnt worden als Halbgut oder Kleingut des Jaunpilsgutes (Neuschlossgut).

 

Als das Komturgebiet von Dobele (Döbeln) aufgeteilt wurde,gab es einen 16-jährigen Anwesensstreit zwischen dem Komturen Gotthard Kettler und Mathias von der Recke, der aus dem Streit als Sieger herauskam. Reckes sind eine der ältesten und berühmtesten baltdeutschen Familien, deren Geschlechtswurzeln bis in die europäischen Adelshöfe zurückgehen. Ihnen hat das Schmuckgut zweimal eigen gewesen.

 

Das erste Mal dauerte ihre Herrschaft 172 Jahre lang (1560-1732). In dieser Zeit wurde das Gut srukturiert, eingerichtet, Wege gelegt, Felder bebaut und Weideland gepflegt. Nach und nach wurden die alten Holzgebäude durch neue Mauergebäude, Pferdeställe und Viehstallungen ersetzt worden.

 

Das Gut hat seine eigene Kirche gehabt. Deren Visitenprotokolle bezeugen,dass die Kirche von 1624 bis 1655 in sehr gutem Zustand gewesen ist. Den Überlieferungen nach ist die Kirch dreimal gebaut worden,und alle drei Male wurde sie vom Blitz getroffen und brannte ab. Die Gutsherren, die lutherischen Glaubens waren, haben dann die katholische Kirche nicht mehr erneuert.

 

Nach der Wegbiegung zum Schmuckgut stand der Abuļu krogs (Abulkrogge),später der Neubauerhof Ezerkrasti (Seeufer). Das Abulwirtshaus hatte dicke Stampflehmmauer, einen Wirtshausstall für Pferde. Das Wirtshaus stand da bis zum Jahre 1960, dann haben es die Melioratoren abgetragen. In den früheren Zeiten spielte das Wirtshaus die Rolle eines Kulturzentrums, es war ein Begegnumszentrum der Menschen,auch ein Arbeitsmarktplatz.

 

Wegen finanzieller Probleme wurden die Anwesen der Familie von Recke mehrere Male verpfändet. Als Dietrich von der Recke der Gutsherr ist,geht fast das ganze Anwesen zum Kreditoren über. Die Finanzverluste und die Schulden hat der Große Nordkrieg und die Pest verursacht. Später werden die Eigentümer losgekauft und dem Sohn von Dietrich von der Recke übergeben. Georg von der Recke ist zu dieser Zeit der letzte Gutsherr des Schmuckgutes.

 

1732 wird das Gut für 20000 Florinen und 100 Reichen an dem Obersten und Gutsherren aus Litauen - Johann Ernst von Tiesenhausen verkauft.

 

Am 30.Mai 1743 kauft er auch das naheliegende Spriņģu muiža (Springgut), das bis zum Jahre 1738 das Kleingut vom Jaunpils muiža (Neuschlossgut) war. Nach seinem Tod werden die Anwesen an seine Kinder verteilt. Der grösste Teil fällt an seine5 Söhne, aber Schmuckgut und Springgut kommen zu seiner Tochter Eva Juliane Frank. Um Geld für die Unabhängigheit vom Neuschlossgut zu haben und sich entwickeln zu können, wird das Springgut verkauft. Spöter wird eine Mühle auf dem Viesītesbach gebaut.

 

1775 wird Schmuckgut für 75000 Florinen an Adolph Ernst von Grotthuss verkauft. Von seinem verkauften Familiengut behaltene "Veģi" und "Āboli" hat er zum Schmuckgut als Kleingut angeschloßen unter dem Namen "Mazsmukas" (Kleinschmuckgut). In dieser Zeit entwickelt sich das Schmuckgut zu einem bedeutenden ökonomisch-wirtschaftlichen Zentrum der Gegend und erlangt die volle Unabhängigkeit von Jaunpilsgut.

 

1798 hat Baron Grotthuss im Schmuckgut das Gutsgesetz erlassen, bestehend aus 15 Paragraphen - 11 für die Waldhege und 4 Paragraphen, die die Gerichtssachen bestimmen.

1804 verkauft Baron Grotthuss das Territorium des Schmuckgutes (in Unterlagen Gross-und-Kleinschmuckgut) an den Gutsherren von Jaunpils - Franz Wilhelm Kristopher von der Recke für 150000 Florinen, also zweimal teurer wie der Baron es gekauft hat und fünfmal teurer wie Georg von der Recke es verkauft hat.

 

1850 kauft Gustav Wilhelm von der Recke das Gut von seinem Vater. Auf dem Schmuckgut sind seine Kinder zur Welt gekommen. 1920 wurde die Bodenreform durchgeführt, die Gebäude wurden gemessen. Es wird festgestellt, dass ein großer Teil der Gutsgebäude sind noch von der ersten Herrschaft von der Recke erhalten geblieben.

 

In der Zeitspanne zwischen 1895 bis 1899 hat hier als Schreiber, Kornkammeraufseher und Viehaufseher der spätere lettische Schriftsteller Jānis Jaunsudrabiņš gearbeitet. Auf dem Gut lebt Fritz Hühnchen, der hat ihn zum Malen und Dichten bewegt.  Nach einem Jahr besucht Jaunsudrabiņš Blums Malerschule in Riga. Viele Ereigniße auf dem Schmuckgut liegen seinen Erzählungen zugrunde - "Tod und Leben","Waldherr Laucis", "Der weiße Winter" u.a.  Die Ecke des Vītiņu-Friedhofs ist in der Erzählung "Windblüten" geschildert,einer Liebesgeschichte von Rasma und Spodris. Vor der Emigration 1943 ist der Schriftsteller zu Fuß nach "Smukas" gekommen, um nochmals die liebgewordenen Plätze und Orte zu besuchen.

 

Gustav von der Recke verkauft 1896 das Schmuckgut an den Baron Woldemar Budberg von der Benningshausen aus Semigallen. Das Gut ist jetzt gross geworden - 1060 ha Land,eigenes Kleingut "Kalītes", 13 Bauernhöfe, eine Mühle, eine Molkerei, eine Käserei, eine Ziegelbrennerei und eine Teerbrennerei. Auch die Fischzüchterei und die Bienenzucht sind gut entwickelt. Auf dem Territorium des Gutes leben 230 Einwohner. Unweit ist auch der Ābuļu krogs (Abulkrogge) tätig.

 

In 19 Jahren verkaufen die Gutsherren Budberg die Hälfte von dem Gutsterritorium. Sie behalten nur das Gutszentrum, das sie später an den estnischen Großhändler Oskar Seisler verkaufen. Der wollte später durch den Verkauf des Gutes an größeres Geld kommen. Doch die Nationalisation der Güter 1920 zog einen Strich durch seine Pläne.

 

Als Folge der Bodenreform wurde das Gut in 20 Teile gegliedert, das Gutszentrum in 5 Teile:

1.Wirtschaftsgebäude, Stallungen, Badehaus bleiben an den Erben von Seisler,später werden sie in 2 Teile geteilt - Aizkrāces und Skaistas.

2.Herrenhaus und Park werden von der Springbibliothekgesellschaft 1926 gekauft und durch Umbau an die eigene Zwecke angepasst.

3.Neubauerhof "Krūma dīķis" (Land,Teich, Wohnhaus, Knechtkornkammer)

4.Gärtnerei (Getreideboden, Treibhaus)

5.Neubauerhof mit mehreren Gutsgebäuden (der große Viehstall, der große Schweinestall, der Wagenschuppen, der Pferdestall, das Wohnhaus des Kutschers, Getreidescheune, Eiskeller).

 

Der 2.Weltkrieg ist erbarmungslos - fast alle Gutsgebäude werden zerstört und vernichtet. Nach dem Krieg wurde auf dem Territorium der Kolchos "Weg zum Kommunismus" gegründet, später mit dem Anschliessen der Kolchose "Drosme"und "Centība", auch Gaiķi der Sowchos "Remte" gegründet. Damit wurde das Wirtschaftliche Zentrum nach Remte versetzt, und das örtliche Leben geriet in Stillstand.

 

Nach der Wiedererlangung der Unabhängigheit Lettlands in den 90-ger Jahren des 20. Jahrhunderts hat die Familie Raļļi die Fischzüchterei erneuert.

 

2004 wird das Schmuckgutszentrum von dem jetzigen Eigentümer SIA "Vide Invest" gekauft. Von dem Schmuckgut sind nur 2 Gebäude erhalten geblieben, alle anderen sind Ruinen. 2005 werden die 2 Gebäude – die Knechtkornkammer und das Wohnhaus - erneuert und als Gasthäuser umgebaut. Unter dem Namen "Smuku muiža" gibt es 30 Übernachtungsplätze, einen Saal für Seminare, einen Kaminsaal. Aber die Bauarbeiten werden fortgesetzt.

 

Jetzt gibt es in "Smuku muiža" 80 Schlafplätze, einen schänen Saal für festliche Anlässe und verschiedene Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten im Rahmen eines gut eingerichteten Erholungskomplexes.

 

Die Zeiten der Adelsgeschlechte in "Smuku muiža":

1576 - 1732  Geschlecht von der Recke

1732 - 1775  Geschlecht von Tiesenhausen

 1775 - 1804  Geschleft von Grotthuss

1804 - 1896  Geschlecht von der Recke

 1896 - 1913 Geschlecht von Budberg

1913 - 1920  Oskar Seisler